Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
Zehn palästinensische und israelische Kollegen aus der Arbeit mit behinderten Menschen wurden von der Leiterin der Lebenshilfe in Giessen Frau Maren Müller-Erichsen eingeladen.
Zu unserer großen Freude wurden fünf palästinensische Mitarbeiter (drei von Lifegate) von der Leiterin der Lebenshilfe in Giessen Frau Maren Müller-Erichsen zu einer Fachkräfte Tagung mit fünf israelischen Kollegen aus der Arbeit mit behinderten Menschen in der ersten Novemberwoche nach Giessen eingeladen. Genau in diesen Tagen, an denen der bewaffnete Konflikt um den Gazastreifen wieder aufgeflammt war, kamen beide Delegationen mit gemischten Gefühlen nach Deutschland. Ein intensives Besuchsprogramm der verschiedenen Einrichtungen der Lebenshilfe, einschließlich der Bundesgeschäftstelle in Marburg, sowie der gemeinsame Austausch mit Mitarbeitern aus Deutschland, zerstreute anfängliche Bedenken und führten zu einer offenen und fruchtbaren Begegnung zwischen allen Teilnehmern. Zum Programm gehörten auch ein Empfang bei der Bürgermeisterin von Giessen, sowie ein Besuch im hessischen Landtag und beim hessischen Sozialministerium. Hier erhielten wir einige Informationen über die praktische Umsetzung des UN Übereinkommens über die Rechte (Gleichberechtigung- Inklusion) von Menschen mit Behinderungen in Hessen. Dieses Übereinkommen wurde von Deutschland, Israel und der palästinensischen Regierung, sowie vielen anderen Ländern unterzeichnet. Eine von sechs von den Nationalsozialisten eingerichteten „Tötungsanstalten“ in Hadamar, in der 11 000 Menschen mit geistigen Behinderungen grausam ermordet wurden, stand am Ende des Besuch Programms, machte traurig, wütend und betroffen und stärkte den gemeinsamen Wunsch, sich für das Recht auf Leben (auch vor der Geburt) für Menschen mit Behinderungen einzusetzen! Die Auswertungsrunde dieser intensiven Woche brachte den Dank an die engagierte Gastgeberin zum Ausdruck, die uns nicht nur viele Einblicke in die Arbeit mit behinderten Menschen in Giessen vermittelte, sondern auch zeigte, dass Palästinenser und Israelis durchaus zusammen (und voneinander) lernen, arbeiten und Freude haben können. Ein kleiner aber wichtiger Schritt zu einer besseren Zukunft,
den wir vor Ort gerne ausbauen möchten.
Meine Heimatstadt Giessen ist mir durch diese Reise und die Begegnung mit engagierten Menschen auf neue Weise nahe gekommen und ich bin froh und dankbar, dass wir Freunde für unsere Arbeit gewinnen konnten.
Burghard Schunkert – Leiter der Lifegate Rehabilitation in Beit Jala (Westbank)


